Leibniz GeoTour Hannover: 5.300 Funde als Beweis
Die Leibniz GeoTour Hannover verbindet 14 Mystery-Caches mit 2 Adventure Labs. Über 5.300 Funde sind seit 2016 eingetragen worden, jeder von einem Besucher selbst.
In diesem Beitrag
- Die Leibniz GeoTour Hannover setzt auf 14 Mystery-Caches und 2 Adventure Labs statt auf eine Plakatwand
- Ein Rahmen, der größer ist als ein einzelnes Jubiläum
- Adventure Labs bringen Video und Quiz an den Ort
- 5.300 Logs der Leibniz GeoTour Hannover sind eine Zahl, die Sie nachlesen können
- Wissenschaftsvermittlung, die als Freizeitangebot funktioniert
- Was aus der Leibniz GeoTour Hannover für Ihren Standort folgt
- Häufige Fragen
- Quellen
Kurz gesagtDie GeoTour “Leibniz’ Ge(o)heimnisse” in Hannover besteht aus 14 Mystery-Geocaches und 2 Adventure Labs und wurde laut Geheimpunkt seit Mitte 2016 über 5.300-mal geloggt. Jeder dieser Logs ist ein Besuch, den jemand selbst eingetragen hat.
Ein Universalgelehrter, 40 Jahre Hannover, ein Grab an der Neustädter Hofkirche. Daraus lässt sich eine Ausstellung machen, eine Broschüre, eine Kampagne. In Hannover ist etwas anderes daraus geworden: eine Schatzsuche, die Menschen zu Fuß an reale Orte bringt und dabei jeden Besuch protokolliert. Genau deshalb führen wir diese GeoTour als Best-Practice-Beispiel.
Die Leibniz GeoTour Hannover setzt auf 14 Mystery-Caches und 2 Adventure Labs statt auf eine Plakatwand
Die GeoTour “Leibniz’ Ge(o)heimnisse” umfasst 14 Mystery-Geocaches und zwei Adventure Labs. Die Stationen erschließen Orte und Arbeitsfelder von Gottfried Wilhelm Leibniz in Hannover, von Philosophie und Mathematik bis zu Technik und Politik. Zu jedem Geocache gehört ein Rätsel zu Leben und Werk, dessen Lösung die exakten Koordinaten des Verstecks liefert.
Das ist der entscheidende Konstruktionspunkt: Wer die Koordinaten haben will, muss sich mit dem Inhalt beschäftigen. Kein Vorbeiscrollen, kein Skippen nach drei Sekunden. Das Rätsel ist die Bezahlschranke, und die Währung ist Aufmerksamkeit. Bei Leibniz liegt es besonders nahe, weil sein Binärsystem von 1696 selbst die Vorlage gibt. Nullen und Einsen, aus denen sich Koordinaten rechnen lassen.
Die Tour ist kostenlos und vollständig mit einem Smartphone mit GPS-Funktion zu absolvieren. Zusätzliche Geräte braucht niemand. Das senkt die Eintrittsschwelle auf null, was für Standorte mit Publikumsinteresse der eigentliche Vorteil ist. Sie müssen niemanden überzeugen, etwas zu kaufen. Sie müssen nur ein Ziel bieten, das sich zu suchen lohnt.
Ein Rahmen, der größer ist als ein einzelnes Jubiläum
Entstanden ist die Tour 2016 im Leibniz-Jahr als GPS-gestützte Schatzsuche der Initiative Wissenschaft Hannover in Kooperation mit der Hannover Marketing und Tourismus GmbH. Bemerkenswert ist nicht der Anlass, sondern was danach passiert ist: Die Leibniz-Caches sind Teil der übergeordneten GeoTour “Geoheimnisse der Region Hannover” (GT31), die laut den Unterlagen der Region derzeit rund 75 bis 87 Geocaches umfasst.
Damit ist aus einer Jubiläumsmaßnahme dauerhafte Infrastruktur geworden. Das ist der Unterschied zu einer Kampagne, die mit dem Mediabudget endet. Ein Cache liegt weiter dort, wo er liegt. Er wird weiter gesucht, weiter gefunden, weiter geloggt, auch Jahre nach dem Anlass. Wer heute in ein solches Format investiert, kauft keinen Zeitraum, sondern einen Standort im Netz der Geocaching-Community.
Warum die Einbettung in eine bestehende GeoTour zählt
Ein einzelner Cache konkurriert mit Millionen anderen. Eine GeoTour mit Dutzenden Stationen erzeugt Reiseanlässe: Menschen planen Wochenenden, um eine Tour abzuschließen. Die Leibniz-Stationen profitieren von dieser Sammellogik, weil sie Teil eines größeren Ganzen sind. Für Kommunen und Tourismusorganisationen heißt das: Prüfen Sie, ob in Ihrer Region bereits eine GeoTour existiert, an die sich anschließen lässt.
Adventure Labs bringen Video und Quiz an den Ort
Zwei Stationen der Tour sind Adventure Labs, also ortsgebundene digitale Erlebnisse ohne physische Dose. Ein Beispiel aus unserer eigenen Arbeit ist das Adventure Lab “Leibniz’ Geoheimnisse: verlegte Spuren” in Hannover. Das Thema ist eine kleine Zeitreise durch die Stadt. Die Stationen führen zu den ursprünglichen Standorten von Leibniz-Objekten, an jeder Station gibt es ein kurzes Video zur Einordnung, danach eine Quizfrage. Erst die richtige Antwort bringt Teilnehmende weiter.
Der praktische Vorteil liegt im Unterhalt. Ein Adventure Lab hat keine Dose, die vollregnet, keinen Zettel, der durchweicht, kein Versteck, das Passanten mitnehmen. Wer in der HAZ-Reportage über die Leibniz-Tour gelesen hat, wie mitgenommen manche Logbücher in der Praxis sind, versteht das Argument sofort. Für Standorte mit hoher Frequenz, in Innenräumen oder an heiklen Stellen ist das Lab die belastbarere Variante.
Der Nachteil ist ebenso klar: Es fehlt der haptische Moment, das Aufschrauben, das Eintragen, das Zurücklegen. Deshalb funktioniert die Mischung besser als die Reinform. Physische Caches liefern das Erlebnis, Labs liefern Inhalte und Verlässlichkeit. In Hannover sind beide Formate in einer Tour verbunden, und genau diese Kombination halten wir für übertragbar.
5.300 Logs der Leibniz GeoTour Hannover sind eine Zahl, die Sie nachlesen können
Laut Geheimpunkt wurden die Leibniz-Caches seit Mitte 2016 über 5.300-mal geloggt. Diese Zahl hat eine Eigenschaft, die Reichweiten- und Klickkennzahlen nicht haben: Sie entsteht durch Menschen, die tatsächlich vor Ort waren und ihren Fund selbst eingetragen haben. Kein Ad Impression, kein Video View nach zwei Sekunden, keine Cookie-Schätzung. Ein Log bedeutet, dass jemand die Koordinaten errechnet, den Weg gegangen und das Versteck gefunden hat.
Für Entscheider in Marketing und Tourismus ist das der eigentliche Punkt. Sie können Besucherzahlen nicht hochrechnen, Sie können sie auslesen. Wir werten das monatlich aus, Sie bekommen eine Zahl, die Sie im Listing nachvollziehen können. Dazu kommt der Teil, den man nicht steuern kann und nicht steuern muss: Fotos, Logeinträge, Blogbeiträge, Zeitungsreportagen. Die HAZ hat drei der Leibniz-Verstecke ausführlich beschrieben, inklusive Fotos. Solche Berichte entstehen, weil Menschen teilen, was sie gefunden haben.
Die Resonanz ist dabei nicht nur regional. Die Tour wird laut Geheimpunkt in der internationalen Geocaching-Community für kreative Caches und anspruchsvolle Rätsel gelobt. Wer in dieser Community einen Ruf hat, bekommt Besucher aus Entfernungen, die kein Regionalbudget kaufen könnte.
Wissenschaftsvermittlung, die als Freizeitangebot funktioniert
Städtische und wissenschaftliche Einrichtungen beschreiben die Tour als niedrigschwelligen Zugang zu Wissenschafts- und Stadtgeschichte, besonders geeignet für Jugendliche und junge Erwachsene. Eine geowissenschaftlich-didaktische Handreichung des Leibniz-Instituts für Länderkunde greift das Format unter dem Titel “Leibniz Ge(o)heimnisse: Mit Geocaching auf Bildungsreise durch Hannover” auf.
Das ist der Grund, warum wir dieses Beispiel so oft anführen. Bildungsangebote haben ein strukturelles Problem: Sie müssen Menschen erst davon überzeugen, dass Lernen Freizeit wert ist. Eine GeoTour dreht die Reihenfolge. Zuerst kommt der Reiz der Suche, das Rätsel, der Fund. Der Inhalt kommt mit, weil er der Schlüssel ist. Niemand liest die Leibniz-Biografie, weil sie ihm empfohlen wurde. Man liest sie, weil sonst die Koordinaten fehlen.
Was Sie aus dem Modell übernehmen können
- Suchen Sie einen inhaltlichen Anker, der eine Rätselmechanik hergibt. Bei Leibniz war es das Binärsystem.
- Verteilen Sie Stationen so, dass sie einen Weg ergeben, den man an einem Tag gehen will.
- Kombinieren Sie physische Caches mit Adventure Labs, damit heikle Standorte nicht am Unterhalt scheitern.
- Schließen Sie an eine bestehende GeoTour an, wenn es in Ihrer Region eine gibt.
- Legen Sie vorher fest, welche Zahl den Erfolg belegen soll. Bei Geocaching ist es der Log.
Was aus der Leibniz GeoTour Hannover für Ihren Standort folgt
Hannover hat 2016 ein Jubiläum genutzt, um etwas zu bauen, das das Jubiläum überlebt hat. Nach Angaben von Geheimpunkt sind über 5.300 Funde daraus geworden, eingetragen von Menschen, die selbst hingegangen sind. Das Format kostet keine Eintrittsgelder, verlangt kein eigenes Gerät und lässt sich auf andere Städte, andere Themen und andere Standorte übertragen, von der Handelsfiliale über das Museum bis zur Tourismusregion.
Wir halten das für die belastbarere Alternative zu Reichweitenwerbung, weil der Nachweis Teil des Formats ist und nicht nachträglich rekonstruiert werden muss. Am Anfang steht ein Setup. Danach zahlen Sie für Besucher, die tatsächlich gekommen sind. Ob jemand kommt, bleibt Ihr Risiko, und genau das ist der Grund, warum wir Konzepte bauen, die einen Grund zum Kommen liefern und keinen Grund zum Wegklicken.
Häufige Fragen
Wie viele Stationen hat die GeoTour “Leibniz’ Ge(o)heimnisse” in Hannover?Die Tour umfasst 14 Mystery-Geocaches und 2 Adventure Labs. Zu jedem Geocache gehört ein Rätsel zu Leben und Werk von Gottfried Wilhelm Leibniz, dessen Lösung die exakten Koordinaten des Verstecks liefert.
Was kostet die Teilnahme und welche Ausrüstung brauche ich?Die Tour ist kostenlos und lässt sich vollständig mit einem Smartphone mit GPS-Funktion absolvieren. Zusätzliche Geräte sind nicht erforderlich, lediglich Zugang zu den Cache-Listings und gelegentlich einfache Zusatzmaterialien, die in den Online-Beschreibungen genannt werden.
Wie oft wurde die Leibniz-Tour bisher genutzt?Laut Geheimpunkt wurden die Leibniz-Caches seit Mitte 2016 über 5.300-mal geloggt. Jeder Log bedeutet, dass jemand vor Ort war und den Fund selbst eingetragen hat.
Was unterscheidet ein Adventure Lab von einem klassischen Geocache?Ein Adventure Lab hat kein physisches Versteck, sondern arbeitet mit ortsgebundenen Inhalten. Im Lab “Leibniz’ Geoheimnisse: verlegte Spuren” gibt es an jeder Station ein kurzes Video und danach eine Quizfrage, deren richtige Antwort den Fortschritt ermöglicht.
Lässt sich das Konzept auf andere Städte und Themen übertragen?Ja. Nötig sind ein inhaltlicher Anker, der eine Rätselmechanik hergibt, Stationen, die einen begehbaren Weg ergeben, und eine Festlegung darauf, welche Zahl den Erfolg belegt. Beim Geocaching ist das der eingetragene Fund.
Wer hat die Tour ursprünglich initiiert?Die Tour entstand 2016 im Leibniz-Jahr als GPS-gestützte Schatzsuche der Initiative Wissenschaft Hannover in Kooperation mit der Hannover Marketing und Tourismus GmbH. Heute ist sie Teil der übergeordneten GeoTour “Geoheimnisse der Region Hannover” (GT31).
Quellen
Bildnachweis: Foto: Wolfgang Weiser / Pexels