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Ratgeber 8 Min. Lesezeit

Fördermittel 2027: Welche Programme eine digitale Rätseltour bezahlen

ZIZ ist ausgelaufen. Welche Länder- und Bundesprogramme 2027 eine Rätseltour für Innenstadt, Tourismus oder Museum tragen, mit Quoten, Fristen und Fallstricken.

Töpfers Mühle in Peine vor blauem Himmel, eine Station des geförderten Peine Code

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In diesem Beitrag
  1. Was aus ZIZ geworden ist
  2. Die Programme der Länder im Überblick
  3. Fördergeber wollen ein messbares Ziel
  4. Welche Programme für Museen in Frage kommen
  5. Wann Sie jetzt handeln sollten
  6. Was in einen Förderantrag gehört
  7. Häufige Fragen
  8. Wie wir helfen
  9. Quellen

Für kleine, nicht bauliche Maßnahmen wie eine Rätseltour gibt es 2027 kein Bundesprogramm mehr: „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ (ZIZ) ist im November 2025 ausgelaufen. Gefördert wird jetzt über die Länder, über LEADER und für Museen über Kultur- und Vermittlungsprogramme. Die besten Chancen haben Anträge, die ein messbares Ziel nennen, und genau das bringt eine Geocaching-Tour mit: Jeder Besuch wird vom Besucher selbst eingetragen.

Was aus ZIZ geworden ist

Das Bundesprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ hat seit 2021 rund 250 Millionen Euro an Städte und Gemeinden gegeben. Gefördert wurden 75 Prozent der Kosten, Kommunen in Haushaltsnotlage bekamen 90 Prozent. Die Laufzeit endete im August 2025, einzelne Teile wurden bis Ende November 2025 verlängert.

Ein Nachfolger ist nicht in Sicht. Die Stadt Karlsruhe hat es in einer Ratsvorlage so festgehalten: Es kann „zeitnah auf Bundesebene nicht mit einem Folgeprogramm gerechnet werden“. Wer 2027 eine Maßnahme für die Innenstadt plant, muss also anderswo suchen.

Aus ZIZ stammt auch einer unserer Fälle. Den Peine Code, eine Rätseltour mit sieben Stationen durch die Peiner Innenstadt, hat Peine Marketing nach eigenen Angaben zu 90 Prozent aus diesem Programm finanziert. Mehr als 300 Menschen haben im ersten Jahr mitgespielt, 2026 hat die Initiative stadtimpulse das Projekt als Best Practice ausgezeichnet.

Die Programme der Länder im Überblick

Gesucht wird Förderung fast immer mit dem Namen des Bundeslands. Deshalb hier nach Ländern sortiert, Stand Oktober 2026. Fristen und Quoten ändern sich mit jedem Aufruf, die Quellen stehen am Ende.

LandProgrammQuoteStand
BayernStarkes Stadtmarketing für lebendige Innenstädtebis 50 %, förderfähige Ausgaben 50.000 bis 200.000 €fördert Stadtmarketing-Personal und Leerstandsprojekte von Werbegemeinschaften und Stadtmarketingorganisationen, keine überwiegend touristischen oder kulturellen Maßnahmen; Frist 2026 war der 17. Juli
HessenZukunft Innenstadt80 bis 90 %, bis 300.000 € je KommuneAuswahl der Projekte im November und Dezember 2026, Umsetzung bis Dezember 2029
NiedersachsenZukunftsräume Niedersachsen (Mittel- und Grundzentren)zuletzt 60 %, bei geringer Steuerkraft 90 %Frist der laufenden Runde war der 31. August 2026, das Programm ist per Verordnung verstetigt
NiedersachsenTouristische Projekte, Aufruf für digitale und klimafreundliche Innovationenbis 50 % bzw. 80 %, höchstens 100.000 €Stichtag 2026 war der 30. April
Nordrhein-WestfalenZukunftsfähige Innenstädte und Ortszentren (Landesprogramm)60 % (Aufruf 2023)Förderjahre 2023 bis 2026, Aufruf 2027 noch offen
Rheinland-PfalzInnenstadt-Impulseje nach Aufruf5 Millionen Euro im Landeshaushalt 2026
Rheinland-PfalzÖffentliche Tourismusinfrastrukturje nach Aufrufdigitale Besucherlenkung ausdrücklich förderfähig

Dazu kommen zwei Wege, die in allen Ländern offenstehen.

LEADER. Die Förderperiode läuft bis 2027. Über das Geld entscheidet die Lokale Aktionsgruppe der Region, nicht das Land. Die Quoten unterscheiden sich: In der niedersächsischen Wesermarsch etwa sind es 65 Prozent bei höchstens 200.000 Euro je Projekt. Für Gemeinden auf dem Land ist LEADER oft der kürzeste Weg, weil die Gruppe Projekte mit regionalem Bezug sucht.

Städtebauförderung. Der Bund stellt 2026 erstmals eine Milliarde Euro bereit, 2027 sollen es 1,2 Milliarden sein. Das Programm „Lebendige Zentren“ klingt passend, fördert aber vor allem Bauliches. Für nicht investive Maßnahmen bleiben laut der Karlsruher Vorlage „lediglich kleine Volumina“. Eine Rätseltour kann dort als Teil eines größeren Vorhabens mitlaufen, als Einzelprojekt selten.

Fördergeber wollen ein messbares Ziel

Wie streng Fördergeber inzwischen auf Messbarkeit achten, zeigt der bayerische Aufruf „Starkes Stadtmarketing für lebendige Innenstädte“. Gefördert werden dort Stadtmarketing-Personal und Projekte gegen Leerstand, Touren gehören nicht dazu. Der Aufruf schreibt aber vor, dass jede Projektskizze mindestens ein messbares Ziel nennt, als Beispiel steht dort die „Steigerung der Passantenfrequenz“. Dieselbe Frage stellen auch andere Programme im Verwendungsnachweis.

Hier liegt der Vorteil einer Geocaching-Tour im Antrag. Viele Maßnahmen für die Innenstadt lassen sich nur schätzen: Wie viele Menschen sind wegen des Stadtfests gekommen, wie viele wegen der neuen Bänke? Bei einer Tour auf der Geocaching-Plattform trägt jeder Spieler seine Teilnahme selbst ein. Bei Geocaches und GeoTours stehen die Funde öffentlich im Listing, die Fördergeberin kann sie nachzählen. Bei Adventure Labs sieht das Konto des Erstellers, wie viele Spieler teilgenommen haben. In Marburg hat die Stadt so für ihren Projektsteckbrief festgehalten, dass in zehn Monaten 567 Spielerkonten die beiden Touren durch die Oberstadt gespielt haben.

Welche Programme für Museen in Frage kommen

Für Museen ist die Lage kleinteiliger. Drei Wege lohnen den Blick.

  • Die Kulturstiftung des Bundes nimmt Anträge für die Allgemeine Projektförderung wieder bis zum 31. Januar 2027 an. Gefördert werden dort nur Projekte im internationalen Kontext, mit mindestens 20 Prozent Eigen- oder Drittmitteln. Für eine Tour passt das nur, wenn sie Teil eines größeren internationalen Ausstellungsprojekts ist.
  • „Kultur macht stark“ des Bundesbildungsministeriums fördert Angebote für Kinder und Jugendliche, oft mit Partnern vor Ort. Das Ernst Barlach Haus in Hamburg lässt so Jugendliche ein Escape-Spiel im Museum leiten.
  • Die Länder haben eigene Programme für digitale Vermittlung, etwa „Digitale Wege ins Museum“ in Baden-Württemberg oder die Richtlinie für nichtstaatliche Museen in Niedersachsen. Die Runden wechseln, deshalb vor jedem Antrag beim Museumsverband des Landes nachfragen.

Wie eine Tour im Museum aussieht, zeigt das Archäologische Landesmuseum Konstanz: sieben Stationen im Erscheinungsbild der Ausstellung, zwei weitere hat das Museum nachbestellt. Mehr dazu im Beitrag Museumsmarketing mit einer Rätseltour.

Wann Sie jetzt handeln sollten

Die meisten Fristen für 2026 sind vorbei. Daraus folgt kein Jahr Pause, im Gegenteil.

Hessische Kommunen, die im November oder Dezember 2026 für „Zukunft Innenstadt“ ausgewählt werden, müssen ihre Projektideen bis Ende 2029 umsetzen. Wer eine Idee mit Leerstand, öffentlichem Raum oder „temporären Interventionen“ eingereicht hat, sucht danach Maßnahmen, die sich schnell umsetzen lassen. Der Peine Code war vom Auftrag im März bis zur fertigen Tour im Juni 2025 gut drei Monate in Arbeit.

Alle anderen bereiten jetzt die Skizze für die Aufrufe 2027 vor. In Bayern kam der Aufruf 2025 mit Frist Ende Juni, 2026 mit Frist Mitte Juli. Die Tourismusprogramme in Baden-Württemberg und Niedersachsen hatten ihre Stichtage im Frühjahr und Herbst. Wer im Frühjahr mit einer fertigen Projektskizze dasteht, ist vor den anderen.

Museen mit internationalen Projekten haben mit dem 31. Januar 2027 die nächste feste Frist bei der Kulturstiftung des Bundes.

Was in einen Förderantrag gehört

Förderanträge scheitern selten an der Idee. Sie scheitern daran, dass Ziel, Kosten und Nachweis nicht zusammenpassen. Für eine Rätseltour heißt das:

  1. Ziel mit Zahl. Zum Beispiel: Menschen an Orte führen, an denen sie sonst vorbeigehen, gemessen an den eingetragenen Funden je Station.
  2. Inhaltlicher Bezug. Stadtgeschichte, Klimaschutz, Wissenschaft, Handel: Das Thema der Tour sollte das Thema des Programms aufnehmen. Oldenburg hat seine GeoTour Klimaschätze an klimarelevanten Orten gebaut und damit 2019 den Wettbewerb Klimaaktive Kommune des Bundesumweltministeriums gewonnen, 25.000 Euro Preisgeld.
  3. Kostenplan. Ein Antrag braucht feste Beträge. Wie sich unser Modell aus Setup und Abrechnung je Besuch in einem Kostenplan abbilden lässt, klären wir mit Ihnen vor der Antragstellung.
  4. Laufzeit und Pflege. Fördergeber fragen, was nach dem Förderzeitraum passiert. Eine Tour auf der Geocaching-Plattform bleibt bespielbar, solange die Stationen gepflegt werden. Die Leibniz-Tour in Hannover entstand 2016 zum Leibniz-Jahr und wird heute noch gespielt: 16.660 Funde an ihren 14 Caches, Stand Oktober 2026.
  5. Nachweis. Für den Verwendungsnachweis liefern wir die Zahlen je Station aus der monatlichen Auswertung. Bei Geocaches und GeoTours lässt sich jeder Fund im öffentlichen Listing nachzählen.

Zum Thema Dezember: Oft heißt es, Kommunen gäben zum Jahresende Restmittel aus. Belegt ist das für deutsche Kommunen nicht, Fachleute streiten darüber. Planen Sie lieber mit den Aufrufen als mit dem Kassensturz.

Häufige Fragen

Gibt es 2027 noch ein Bundesprogramm für Innenstädte?

Stand Oktober 2026 nicht. ZIZ ist im November 2025 ausgelaufen, ein Nachfolger ist nicht angekündigt. Die Städtebauförderung läuft weiter, fördert aber vor allem bauliche Maßnahmen.

Ist eine digitale Rätseltour überhaupt förderfähig?

Das hängt vom Programm ab. Hessen nennt für „Zukunft Innenstadt“ ausdrücklich auch temporäre Interventionen im öffentlichen Raum, Rheinland-Pfalz nennt digitale Besucherlenkung als förderfähig. Bayerns Stadtmarketing-Programm schließt touristische und kulturelle Maßnahmen dagegen aus. Bei der Städtebauförderung ist eine Tour meist nur als Teil eines größeren Vorhabens möglich.

Wie viel Eigenanteil bleibt bei der Kommune?

Je nach Programm und Haushaltslage zwischen 10 und 40 Prozent und mehr. Hessen fördert bis 90 Prozent, Niedersachsens Zukunftsräume zuletzt 60 bis 90 Prozent, LEADER in der Wesermarsch 65 Prozent.

Wie weise ich nach, dass die Maßnahme gewirkt hat?

Mit den Einträgen, die Spieler selbst auf der Geocaching-Plattform machen. Wir werten sie monatlich je Station aus, ohne Standortdaten und ohne Einwilligung der Besucher. Bei Geocaches und GeoTours lässt sich jeder Fund im öffentlichen Listing nachzählen.

Wie wir helfen

Wenn Sie einen Antrag vorbereiten, schreiben wir Ihnen den Teil zur Maßnahme: Idee, Stationen, Zielwert und wie gemessen wird. Fragen Sie hier an, mit Ihrem Bundesland und dem Programm, das Sie im Blick haben. Wie die Abrechnung nach Besuchen funktioniert, steht auf der Seite Pay per Visit.

Quellen

  • Stadt Karlsruhe, Vorlage 2025/0241 zu ZIZ und Städtebauförderung: web1.karlsruhe.de
  • Deutscher Bundestag, Drucksache 21/1236 zu ZIZ: dserver.bundestag.de
  • Peine Marketing, Pressemitteilung vom 10. Juli 2025: peine-erleben.de
  • Bayerisches Wirtschaftsministerium, Projektaufruf 2026 „Starkes Stadtmarketing“: stmwi.bayern.de
  • IHK Gießen-Friedberg zu „Zukunft Innenstadt“ 2026: ihk.de
  • IHK Elbe-Weser zu „Zukunftsräume Niedersachsen“: ihk.de
  • IHK Oldenburg zur Tourismusförderung in Niedersachsen: ihk.de
  • Förderdatenbank des Bundes, Öffentliche Tourismusinfrastruktur Rheinland-Pfalz: foerderdatenbank.de
  • LAG Wesermarsch, LEADER 2023 bis 2027: wesermarsch.de
  • Haufe zur Städtebauförderung 2026: haufe.de
  • Senatsverwaltung für Kultur Berlin, Fristen der Hauptförderer 2026/2027 (Kulturstiftung des Bundes): berlin.de
  • Wirtschaftsdienst, Debatte zum Dezemberfieber (2022): wirtschaftsdienst.eu

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Zur Entstehung dieses Beitrags: Der Textentwurf entstand mit KI-Unterstützung und wurde von uns redaktionell geprüft. Zahlen zu unseren Projekten stammen aus deren Auswertungen oder aus den verlinkten Quellen.

Geo-Concepts ist der Marketing-Zweig der GeheimPunkt GmbH aus Hannover. Wir bauen seit 2010 Geocaching-Erlebnisse für Handel, Museen, Städte und Ministerien und stehen hinter 14 der 16 aktiven GeoTours in Deutschland.

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