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Ratgeber 6 Min. Lesezeit

Besucherlenkung: Gäste freiwillig an Orte bringen, die sie noch nicht kennen

Besucherlenkung heißt meist Entlastung von Hotspots. Die andere Hälfte ist, Gäste in die Fläche zu bringen. Maßnahmen, die freiwillig wirken, und was eine GeoTour in Oldenburg messbar geleistet hat.

Ein Kind öffnet im Winter einen Geocache der Oldenburger Klimaschätze-Tour

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In diesem Beitrag
  1. Was Besucherlenkung ist
  2. Wie Gäste und Bevölkerung darauf blicken
  3. Was in den Leitfäden fehlt
  4. Oldenburg: 16 Orte, Gäste aus 23 Ländern
  5. Milchland: Gäste auf den Hof
  6. Karls: Gäste über das ganze Gelände
  7. Welche weichen Maßnahmen sich ergänzen
  8. Förderung
  9. Häufige Fragen
  10. Ihr nächster Schritt
  11. Quellen

Besucherlenkung umfasst alle Maßnahmen, die steuern, wann, wo und wie viele Gäste sich in einer Region bewegen. Meist geht es um Entlastung: weniger Andrang am Hotspot. Die andere Hälfte ist, Gäste an Orte zu bringen, die sie noch nicht kennen, und genau dort wirken freiwillige Anreize am besten. Eine Rätseltour ist so ein Anreiz. Die GeoTour Oldenburger Klimaschätze hat 20.707 eingetragene Funde an 16 Orten der Stadt, Spieler kamen aus 23 Ländern.

Was Besucherlenkung ist

Das Bayerische Zentrum für Tourismus beschreibt Besucherlenkung als Maßnahmen, die Besucherströme räumlich, zeitlich und mengenmäßig steuern, um negative Folgen zu begrenzen. Der Deutsche Tourismusverband hat 2021 einen Handlungsleitfaden herausgegeben. Er empfiehlt, zuerst die Hotspots zu ermitteln, dann ein Konzept zu entwickeln, Maßnahmen umzusetzen und deren Wirkung laufend zu prüfen.

Man unterscheidet harte und weiche Maßnahmen. Harte Maßnahmen beschränken: Zufahrtssperren, Kontingente, Ticketpflicht. Weiche Maßnahmen lenken über Information und Angebote: Auslastungsampeln, Empfehlungen für Alternativen, neue Wege, neue Ziele.

Wie Gäste und Bevölkerung darauf blicken

In der ADAC Tourismusstudie 2025 halten 72 Prozent der Deutschen touristische Überlastung für ein ernstes Problem. 53 Prozent befürworten Besucherlenkung, 58 Prozent halten auch Beschränkungen für akzeptabel. Eine Anwohnerbefragung des Tourismusforschers Bernd Eisenstein von 2022 kam zu einem gelasseneren Bild: Ein flächendeckendes Akzeptanzproblem gebe es in Deutschland nicht, es betreffe einzelne Orte.

Interessant für Destinationen ist eine Zahl aus Oberbayern. Im Faktenkompass Besucherlenkung von Oberbayern Tourismus vom Juni 2026 heißt es: Mehr als 60 Prozent der Gäste wählen bei einer roten Auslastungsampel ein anderes Ausflugsziel. Aus der Beratung in den Tourist-Infos berichtet das Papier, dass sich bei Überlastung 8 von 10 Gästen für Alternativen begeistern lassen; eine Datenbasis nennt es dafür nicht. Die Lenkung soll laut dem Papier die Wertschöpfung in die Breite der Region tragen, zu Gastronomie und Sehenswürdigkeiten in der zweiten Reihe.

Gäste sind also bereit, umzuplanen. Eine Ampel sagt ihnen, wo es voll ist. Wohin sie stattdessen sollen und warum, muss jemand anderes beantworten.

Was in den Leitfäden fehlt

Die gängigen Leitfäden und Konzepte schauen fast nur auf Entlastung: Strände, Wanderparkplätze, Wald. Wie man Gäste aktiv hin zu einem Ort bringt, steht dort selten. Und wie gut digitale Lenkung wirkt, hängt davon ab, wie stark Gäste die Informationen überhaupt nutzen. Wirkungsbelege für einzelne Maßnahmen sind rar.

Für eine Rätseltour als Lenkungsinstrument haben wir keine Studie gefunden. Wir haben aber Zahlen aus unseren eigenen Touren, die zeigen, wohin Menschen gegangen sind.

Oldenburg: 16 Orte, Gäste aus 23 Ländern

Für die Stadt Oldenburg haben wir die GeoTour Oldenburger Klimaschätze gebaut. Ihre Caches liegen an Orten, an denen Klimaschutz in der Stadt konkret wird, vom Utkiek bis zur Schleuse. Die Tour ist offiziell bei geocaching.com gelistet und erscheint damit in einem Verzeichnis, das Geocacher weltweit bei der Reiseplanung durchsuchen.

An den 16 Caches der Tour stehen heute 20.707 Funde und 6.737 Favoritenpunkte (Stand 29. Oktober 2026). Neun der Caches haben wir gebaut, die übrigen gehören anderen Konten, die meisten der Stadt und der örtlichen Community. Nach unserer Auswertung kamen die Spieler aus 23 Ländern und blieben im Schnitt zwei Tage in der Stadt. Die Geocoin zur Tour, die es in der Oldenburg-Info zu kaufen gibt, war nach der ersten Auflage vergriffen. 2019 hat Oldenburg mit der Tour den Wettbewerb Klimaaktive Kommune des Bundesumweltministeriums gewonnen, mit 25.000 Euro Preisgeld.

„Klimaschutz braucht Aufmerksamkeit! Die GeoTour ist eine Klimaaktion zum Mitmachen. Sie macht Spaß und zeigt, mit welchen Ideen unsere Stadt nachhaltiger wird.“ Christel Sahr, Regionales Umweltbildungszentrum der Stadt Oldenburg, in der Oldenburger Onlinezeitung

Für Besucherlenkung heißt das: Jeder Fund ist ein Gast, der an einem bestimmten Ort war, den die Stadt ausgewählt hat. Die Funde lassen sich je Station auswerten. So sieht eine Destination, welche Orte gespielt werden und welche nicht.

Milchland: Gäste auf den Hof

Ein ländliches Beispiel ist die Milchland GeoTour für die Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen. Fünf Stationen auf rund 22 Kilometern Radweg führen zur Tourist-Info Rastede, zu zwei Milchviehbetrieben, zum Melkhus Fuchsberg und zur Alten Molkerei Rastede. Die Reihenfolge ist frei. Seit August 2025 zählt die Tour 823 Funde und 404 Favoritenpunkte, also fast einen Favoriten auf jeden zweiten Fund.

Das sind Menschen, die mit dem Rad bis an den Stall gefahren sind, an Orte, die in keinem Reiseführer stehen.

Karls: Gäste über das ganze Gelände

Auch innerhalb eines Ziels lässt sich lenken. In den Karls Erlebnis-Dörfern liegen die Stationen unserer Adventure Labs und der Karls GeoTour über das ganze Gelände verteilt. Besucher kommen so an Orte, die sie sonst auslassen. Die GeoTour zählt 8.813 Funde (Stand Oktober 2026). Mehr in der Erfolgsgeschichte Karls.

Welche weichen Maßnahmen sich ergänzen

MaßnahmeWas sie leistetWas sie nicht leistet
Auslastungsampel, Freizeitampelzeigt Gästen, wo es voll istnennt kein Ziel, das sich stattdessen lohnt
Empfehlungen auf Website und Appnennt Alternativenerreicht nur, wer danach sucht
Neue Wege und Beschilderungmacht Orte erreichbarmacht sie nicht interessant
Rätseltour, GeoTourgibt einen Grund, den Ort zu besuchen, und zählt jeden Besuchersetzt keine harte Steuerung am überlasteten Hotspot

Eine Tour ergänzt die anderen Maßnahmen. Sie schickt Menschen nicht weg, sie gibt ihnen ein Ziel.

Förderung

Rheinland-Pfalz nennt bei der Förderung öffentlicher Tourismusinfrastruktur digitale Technik zur Besucherlenkung ausdrücklich als förderfähig. Niedersachsen hatte 2026 ein Programm für digitale Tourismusinnovationen mit bis zu 80 Prozent Zuschuss. Einen Überblick gibt der Beitrag Fördermittel 2027.

Für die Saison 2027 lohnt es sich, jetzt zu planen. Der Peine Code mit sieben Stationen brauchte vom Auftrag bis zur fertigen Tour gut drei Monate, eine GeoTour über eine Region dauert länger.

Häufige Fragen

Welche Maßnahmen zur Besucherlenkung gibt es?

Harte Maßnahmen wie Zufahrtsbeschränkungen, Kontingente und Ticketpflicht sowie weiche wie Auslastungsampeln, Empfehlungen, neue Wege und Angebote an anderen Orten. Weiche Maßnahmen setzen auf freiwilliges Mitmachen der Gäste.

Was ist ein Besucherlenkungskonzept?

Ein Plan, der Hotspots benennt, Ziele festlegt und Maßnahmen samt Erfolgskontrolle beschreibt. Der Deutsche Tourismusverband hat dafür 2021 einen Handlungsleitfaden veröffentlicht.

Wie misst man, ob Besucherlenkung wirkt?

Bei Ampeln und Empfehlungen meist über Zählungen an den Zielen oder Befragungen. Bei einer GeoTour trägt jeder Spieler seinen Besuch an der Station selbst ein. Die Funde je Ort stehen öffentlich und lassen sich nachzählen.

Funktioniert das auch auf dem Land?

Ja. Die Milchland GeoTour führt auf 22 Kilometern Radweg zu Höfen rund um Rastede und hat in gut einem Jahr 823 Funde.

Ihr nächster Schritt

Schreiben Sie uns, welche Orte Ihrer Region mehr Gäste vertragen und welche weniger. Wir skizzieren, wie eine Tour sie verbindet. Zur Anfrage. Weitere Beispiele auf der Seite Tourismus und Destination, den Ablauf einer GeoTour im Beitrag GeoTour und Adventure Lab für Organisationen.

Quellen

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Zur Entstehung dieses Beitrags: Der Textentwurf entstand mit KI-Unterstützung und wurde von uns redaktionell geprüft. Zahlen zu unseren Projekten stammen aus deren Auswertungen oder aus den verlinkten Quellen.

Geo-Concepts ist der Marketing-Zweig der GeheimPunkt GmbH aus Hannover. Wir bauen seit 2010 Geocaching-Erlebnisse für Handel, Museen, Städte und Ministerien und stehen hinter 14 der 16 aktiven GeoTours in Deutschland.

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