GeoTour und Adventure Lab für Organisationen: Ablauf, Kosten, Ergebnis
Wie eine Stadt, ein Museum oder ein Unternehmen zu einer eigenen GeoTour oder einem Adventure Lab kommt: Unterschiede, Regeln der Plattform, Ablauf in drei Monaten und was die Touren bringen.
In diesem Beitrag
Eine Organisation kommt auf zwei Wegen zu einer eigenen Tour auf der Geocaching-Plattform: als Adventure Lab, eine Rätseltour aus mehreren Stationen ohne Dose, oder als GeoTour, eine offiziell gelistete Tour aus mehreren Geocaches. Adventure Labs eignen sich für Innenstädte, Läden und Museen, GeoTours für Städte und Regionen, die Gäste von weiter her anziehen wollen. Vom Auftrag bis zur fertigen Tour vergehen bei einem überschaubaren Projekt rund drei Monate. Stand Oktober 2026 gibt es 16 aktive GeoTours in Deutschland, hinter 12 davon stehen wir.
Cache, Adventure Lab, GeoTour: die Unterschiede
| Geocache | Adventure Lab | GeoTour | |
|---|---|---|---|
| Was es ist | ein Versteck mit Logbuch | mehrere Stationen ohne Dose, Fragen vor Ort | offiziell gelistete Tour aus mehreren Geocaches |
| Wo es liegen darf | mit Erlaubnis des Eigentümers, gut erreichbar | auch drinnen, aber nicht in Bereichen mit Eintritt | wie Geocaches, über eine Stadt oder Region verteilt |
| Werbung | nicht erlaubt | nicht werblich, kein Kauf als Bedingung; Partner dürfen eigene QR-Codes auf Plakaten nutzen | Ausnahmen von den Werberegeln vergibt das Geocaching HQ |
| Wer darf anlegen | jeder Geocacher | Geocacher mit Premium, Stationen begrenzt; Organisationen über das HQ | nur Partner des Geocaching HQ |
| Gut für | einen besonderen Ort, ein Café, ein Schaufenster | Innenstadt, Laden, Museum, Freizeitpark | Stadt, Region, Tourismusverband, Land |
Was die Plattform erlaubt und was nicht
Die Geocaching-Plattform schützt ihre Community vor Werbung. In den Richtlinien steht: Cache-Seiten, die als kommerziell wahrgenommen werden, werden nicht veröffentlicht. Als kommerziell gilt unter anderem, wenn ein Cache verlangt, ein Geschäft zu betreten, mit Mitarbeitern zu sprechen oder etwas zu kaufen. Namen, Logos und Links von Unternehmen sind auf der Cache-Seite nicht erlaubt. Auch Caches, die ein Anliegen bewerben, werden abgelehnt.
Für GeoTours kann das Geocaching HQ Ausnahmen von den Werberegeln machen. Deshalb laufen Projekte von Städten, Ministerien oder Verbänden oft als GeoTour, und auch dort gilt: Die Inhalte informieren, sie werben nicht. Adventure Labs dürfen auch drinnen liegen, aber nicht in Bereichen mit Eintritt, und niemand darf zum Kauf verpflichtet werden.
Dazu kommt die Community selbst. Geocacher reagieren empfindlich, wenn eine Tour nach Werbung riecht. Gute Touren leben von Rätseln, die Spaß machen, und von Orten, die man ohne die Tour nicht gefunden hätte. Wie man eine Tour so baut, dass sie die Freigabe schafft und gern gespielt wird, ist der größte Teil unserer Arbeit.
Ablauf am Beispiel des Peine Code
Den Peine Code hat Peine Marketing im März 2025 beauftragt, im Juni war die Tour fertig. So sehen die Schritte aus:
- Gespräch und Ortsbegehung. Welche Orte sollen Besucher sehen? In Peine waren es die Mühle, der Burgpark, die Brauerei und vier weitere Stationen in der Innenstadt.
- Konzept und Rätsel. Jede Station erzählt ein Stück Stadtgeschichte. In Peine steckt das Rätsel im Ort selbst: eine Bierstele, ein Wolfspuzzle aus Stahl, ein Lichterrätsel an der Mühle.
- Bau und Installation. Schilder, Mechaniken, bei manchen Projekten Technik, die per Anruf anspringt, wie in Marburg.
- Freigabe. Die Plattform prüft die Tour, bevor sie erscheint.
- Start und Bekanntmachung. Pressemitteilung der Stadt, Aktionen vor Ort, bei vielen Projekten ein Videodreh mit dem Geocaching Vlogger, mit dem wir zusammenarbeiten und der dafür bezahlt wird.
- Auswertung. Einmal im Monat zählen wir die Einträge der Spieler aus und schicken Ihnen die Zahl.
Im ersten Jahr haben mehr als 300 Menschen den Peine Code gespielt und 1.200 Stationen abgeschlossen. 2026 hat ihn die Initiative stadtimpulse als Best Practice ausgezeichnet.
Was die Touren bringen: die Zahlen
Funde und Favoritenpunkte stehen bei jeder GeoTour öffentlich auf der Plattform. Ein Fund ist ein Eintrag eines Spielers, der vor Ort war. Favoritenpunkte sind knapp: Premium-Mitglieder dürfen für je zehn Funde einen vergeben. Hier die GeoTours, deren Caches ganz oder mehrheitlich von uns stammen, Stand 29. Oktober 2026:
| GeoTour | Caches | Funde | Favoritenpunkte |
|---|---|---|---|
| Schluss mit Schmutzig, Hannover (aha) | 28 | 41.530 | 10.958 |
| Oldenburger Klimaschätze (alle Caches der Tour) | 16 | 20.707 | 6.737 |
| Leibniz Ge(o)heimnisse, Hannover | 14 | 16.660 | 4.308 |
| GeoSounds | 14 | 15.321 | 5.223 |
| Nachhaltige Ge(o)heimnisse | 18 | 13.670 | 2.240 |
| Karls Erdbeerlebnis | 7 | 8.813 | 2.459 |
| Homo Ludens Soltau | 5 | 3.493 | 1.166 |
| Thüringer Integrationsschätze | 6 | 2.728 | 1.119 |
| Milchland, rund um Rastede (seit August 2025) | 5 | 823 | 404 |
Einige Caches der aha-Tour sind älter als die Tour und wurden für sie umbenannt, bei Oldenburg gehören 9 der 16 Caches uns. Die Zahlen zählen Funde, keine Personen.
Hinter Funden steht mehr. In Oldenburg kamen Spieler aus 23 Ländern, im Schnitt bleiben sie zwei Tage in der Stadt. Die Geocoin zur Tour war nach der ersten Auflage vergriffen. Bei der Milchland-Tour kommt fast auf jeden zweiten Fund ein Favoritenpunkt.
Was eine Tour kostet
Das Geocaching HQ nennt für GeoTours keine Preise, nur eine „flexible“ Preisgestaltung. Die einzige öffentliche Zahl, die wir gefunden haben, stammt aus England von 2016: 1.250 Pfund im Jahr für die Listung einer GeoTour in den South Downs. Dazu kommen Konzept, Bau und Pflege der Caches.
Wir rechnen in zwei Teilen ab. Das Setup deckt Konzept, Rätsel, Bau, Installation und Freigabe. Danach zahlen Sie je dokumentiertem Besuch, ausgewertet aus den Einträgen der Spieler. Bei einem unserer kommunalen Projekte lag der rechnerische Preis je Besuch im niedrigen einstelligen Eurobereich. Wie hoch das Setup ausfällt, hängt vom Umfang ab: Ein Lab mit fünf Stationen ist etwas anderes als eine GeoTour über eine Region. Eine Spanne nennen wir Ihnen nach einem kurzen Gespräch. Mehr auf der Seite Pay per Visit.
Selbst bauen, direkt beim HQ oder mit uns
Drei Wege führen zur Tour, und alle drei gibt es wirklich.
Mit der Community. In Goslar trägt die örtliche Geocaching-Community die GeoTour, unterstützt vom MachMit!Haus der Stadt: 26 Caches von 21 privaten Geocachern. Wartung und Messung liegen dann bei vielen Händen.
Direkt beim Geocaching HQ. Das HQ verkauft GeoTours und Werbung mit Trackables auch selbst. Zum Paket gehören laut HQ Marketing, Tracking-Codes und Trackables.
Mit einer Agentur. Wir planen, bauen, holen die Freigabe, pflegen die Stationen und werten monatlich aus. Sie haben einen Ansprechpartner und eine Zahl.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einem Adventure Lab und einer GeoTour?
Ein Adventure Lab ist eine Rätseltour aus mehreren Stationen ohne Dose, die auch in Gebäuden liegen darf. Eine GeoTour ist eine offiziell gelistete Tour aus mehreren Geocaches, meist über eine Stadt oder Region verteilt. GeoTours stehen in einem eigenen Verzeichnis, das Geocacher bei der Reiseplanung durchsuchen.
Ist ein Adventure Lab kostenlos?
Für Spieler ja, das schreibt die Plattform vor. Wer selbst ein Lab anlegen will, braucht eine Premium-Mitgliedschaft und ist auf wenige Stationen begrenzt. Für Organisationen verweist die Plattform auf eine Zusammenarbeit mit dem Geocaching HQ; wir begleiten diesen Weg.
Wie lange dauert es bis zur fertigen Tour?
Beim Peine Code mit sieben Stationen gut drei Monate vom Auftrag bis zur fertigen Tour, gestartet ist sie wenige Wochen danach. Touren mit eigener Technik oder vielen Caches über eine Region brauchen länger.
Kann ich die Ergebnisse selbst nachprüfen?
Ja. Funde und Favoritenpunkte jeder GeoTour stehen öffentlich auf geocaching.com im GeoTour-Verzeichnis. Unsere monatliche Auswertung lässt sich dort nachzählen.
Ihr nächster Schritt
Schreiben Sie uns, was Ihre Tour zeigen soll und wo. Wir sagen Ihnen, ob ein Adventure Lab oder eine GeoTour passt und was wir dafür brauchen. Zur Anfrage. Wie Städte damit ihre Innenstadt beleben, steht im Beitrag Innenstadt beleben, für Tourismusregionen im Beitrag Besucherlenkung.
Quellen
- Geocaching HQ, GeoTour-Verzeichnis (Funde und Favoritenpunkte, abgerufen am 29. Oktober 2026): geocaching.com
- Geocaching HQ, Richtlinien für Geocaches: geocaching.com
- Geocaching HQ, Adventure Lab Best Practices: adventure.geocaching.com
- Geocaching HQ, Partnerschaften und GeoTours: partnerships.geocaching.com
- South Downs National Park Authority, GeoTour Case Study 2016: southdowns.gov.uk
- Peine Marketing, Pressemitteilung vom 10. Juli 2025: peine-erleben.de
- Stadt Goslar: meingoslar.de
- Geocaching HQ, „Indoor Adventures for players“, 6. März 2023: geocaching.com