Kundenfrequenz steigern: neue Kunden in den Laden holen statt Rabatte für Stammkunden
Die meisten Tipps zur Kundenfrequenz bringen Stammkunden öfter. Wie Hugendubel, Globetrotter und McDonald's Ehmann mit Rätseln Menschen in die Filiale holen, die noch nie dort waren.
In diesem Beitrag
- Warum die üblichen Tipps vor allem Stammkunden erreichen
- Was ein Rätsel im Laden anders macht
- Hugendubel Berlin: ein Cache im Schaufenster, ein Spiel auf der Fläche
- Globetrotter: 35 Touren in 20 Filialen
- McDonald’s Ehmann: neun Restaurants, eine Serie
- Café Machwitz: ein Cache mit Thermosensor
- Was ein Besuch wert ist
- Wann sich das für einen Laden lohnt
- Häufige Fragen
- Ihr nächster Schritt
- Quellen
Kundenfrequenz steigern Sie dauerhaft nur mit Menschen, die vorher nicht gekommen sind. Rabatte, Kundenkarten und Newsletter erreichen fast nur Stammkunden. Ein Rätsel auf der Geocaching-Plattform erreicht Menschen, die Ihren Laden nicht kennen, und führt sie hinein: Bei Hugendubel in Berlin kommen so etwa zwei neue Besucher am Tag, die 60 bis 90 Minuten im Laden bleiben. Jeder Besuch wird vom Besucher selbst eingetragen, Sie zahlen bei uns je Besuch.
Warum die üblichen Tipps vor allem Stammkunden erreichen
Wer nach Tipps zur Kundenfrequenz sucht, findet vor allem Ratgeber von Softwareanbietern: WLAN-Analyse, Kundenbindungs-Apps, Newsletter-Werkzeuge. Die Vorschläge ähneln sich. Schaufenster wechseln, Events veranstalten, Bonusprogramme auflegen, Social Media pflegen.
Das meiste davon erreicht Menschen, die Sie schon kennen. Ein Bonusprogramm lockt den Kunden, der eine Karte hat. Ein Newsletter erreicht, wer sich eingetragen hat. Ein Event spricht sich in Ihrer Stammkundschaft herum. Für die Frequenz von morgen braucht der Handel aber neue Gesichter. Der Handelsverband HDE rechnet für 2026 mit netto rund 4.900 Geschäften weniger in Deutschland. In den Toplagen der Großstädte war die Passantenfrequenz 2025 stabil, davon hat ein Laden in der Nebenstraße wenig.
Neue Kunden kommen über Prospekte, Online-Werbung oder Drive-to-Store-Netzwerke. Bei allen drei bezahlen Sie Reichweite oder einen geschätzten Besuch. Drive-to-Store-Anbieter schätzen Ladenbesuche über Handydaten und rechnen nach Klick, Einblendung oder geschätztem Besuch ab.
Was ein Rätsel im Laden anders macht
Geocacher suchen mit ihrer App nach Caches und Touren in der Nähe, zu Hause und auf Reisen. Deutschland lag 2025 bei den Funden weltweit auf Platz eins. Liegt eine Station in Ihrem Laden, steht Ihr Geschäft für diese Menschen auf der Karte, ganz ohne dass sie es gesucht hätten.
Dafür eignet sich ein bestimmtes Format. Klassische Geocaches dürfen nach den Regeln der Plattform nicht verlangen, dass man ein Geschäft betritt, mit Personal spricht oder etwas kauft. Adventure Labs dürfen auch drinnen liegen, solange der Ort frei und ohne Eintritt zugänglich ist. Sie bestehen aus mehreren Stationen ohne Dose, an jeder beantwortet man eine Frage, die nur vor Ort zu lösen ist. Kaufen muss dabei niemand. Bei Hugendubel entstehen trotzdem direkte Verkäufe, denn wer eine Stunde zwischen den Regalen verbringt, findet etwas.
Hugendubel Berlin: ein Cache im Schaufenster, ein Spiel auf der Fläche
Hugendubel wollte neue Besucher in die Berliner Filiale holen, ohne die Fläche mit Werbung zu belegen. Wir haben ein zweiteiliges Konzept gebaut: einen Geocache im Schaufenster, der rund um die Uhr zugänglich ist, auch nach Ladenschluss, und ein Adventure Lab auf der Verkaufsfläche. Die Stationen führen durch Abteilungen, die Kunden sonst auslassen. Das Schaufenster lädt ein, das Lab hält im Laden.
Nach unserer Auswertung kommen etwa zwei neue Besucher am Tag, dauerhaft, und sie bleiben 60 bis 90 Minuten. Der rbb hat darüber berichtet, fünf weitere Filialen sind angefragt. Ein Spieler schrieb ins Logbuch:
„Ich habe mich ausgiebig im Hugendubel umgesehen und auch mal Abteilungen durchstöbert, an denen ich sonst eher vorbeigehe.“
Globetrotter: 35 Touren in 20 Filialen
Bei Globetrotter haben wir jede deutsche Filiale mit eigenen Adventure Labs ausgestattet, erst zehn, dann zwanzig Häuser, 35 Touren insgesamt. Jede Filiale hat fünf bis zehn Stationen, in jedem Haus andere. In neun Städten gibt es zusätzlich einen Bonus-Cache. Acht Globetrotter-Caches in acht Städten, die wir öffentlich nachzählen konnten, haben zusammen 7.599 Funde, allein Leipzig 2.485 (Stand Oktober 2026).
Das Spiel hängt am Kassenbon: Wer ab 100 Euro einkauft, bekommt eine Sammelmünze. Was Spieler ins Logbuch schreiben, klingt so:
„Ich denke mal dieser Cache ist für Globetrotter auch eine gute Art, neue Kunden zu gewinnen. Hätte ich mehr Zeit gehabt, dann hätte ich sicher noch etwas eingekauft.“ Aus dem Logbuch, Leipzig, September 2026
„Erster Urlaubstag in Hamburg und dann Hotel direkt neben Globetrotter: Da müssen wir doch einmal reinschauen! […]“ Aus dem Logbuch, Hamburg, September 2026
Mehr dazu in der Erfolgsgeschichte Globetrotter und im Podcast „Zukunft des Einkaufens“, Folge 202, mit Daniel Pflieger.
McDonald’s Ehmann: neun Restaurants, eine Serie
Die Familie Ehmann betreibt als Franchisenehmerin McDonald’s-Restaurants in der Region Hannover. Für sie haben wir „Die Jagd nach den McFacts“ gebaut, ein Adventure Lab durch das Restaurant mit Fragen rund ums Haus. Am Ende gibt das Personal eine Holzmünze zum Sammeln und etwas zu essen aus. Eine Station stellt die Karrierechancen im Unternehmen vor, bis zum dualen Studium. Seit Oktober 2024 spielen neun Restaurants mit, von Lahe bis Wunstorf.
Der Fall zeigt, warum das Format für Filialisten passt. Ein Konzept, das in jedem Haus funktioniert, lässt sich als Serie ausrollen, ohne dass jede Filiale es neu erfinden muss. Ein Franchisenehmer kann das vor Ort entscheiden.
Café Machwitz: ein Cache mit Thermosensor
Für das Café Machwitz in Hannover haben wir einen Cache mit Thermosensor gebaut. Er öffnet sich erst, wenn ein heißes Getränk daraufsteht. Seitdem kommen etwa zwei neue Gäste am Tag, die vorher nie im Café waren.
Was ein Besuch wert ist
Ob sich das rechnet, hängt vom Besuch ab. Nach einem älteren Rechenbeispiel der Handelsberatung Dr. Wieselhuber & Partner ist ein Ladenbesuch im Sport- und Textilhandel rund 8,40 Euro Umsatz wert. Ein Spieler, der 60 bis 90 Minuten bleibt, ist kein durchschnittlicher Besucher.
Wir rechnen deshalb nicht nach Reichweite ab. Sie zahlen ein Setup für Konzept und Bau, danach je dokumentiertem Besuch. Gezählt wird, was die Spieler selbst eintragen, ohne Standortdaten und ohne Einwilligung, die Sie verantworten müssten.
| Werbeform | Bezahlt wird | Nachweis des Besuchs |
|---|---|---|
| Prospekt | pro verteiltem Exemplar | keiner |
| Online-Werbung | pro Klick oder Einblendung | Klick, kein Besuch |
| Drive-to-Store-Netzwerk | pro Klick, Einblendung oder geschätztem Besuch | geschätzt über Handydaten |
| Rätsel auf der Geocaching-Plattform, bei uns | pro dokumentiertem Besuch | Eintrag des Besuchers selbst |
Mehr dazu auf der Seite Pay per Visit.
Wann sich das für einen Laden lohnt
Gut passt es, wenn Ihr Geschäft Fläche zum Entdecken hat: Buchhandlung, Outdoor, Spielwaren, Baumarkt, Gartencenter, ein Café mit Charakter. Besonders gut passt es für Filialisten, weil sich ein Konzept über viele Häuser ausrollen lässt. Weniger passt es, wo Kunden nur schnell etwas abholen.
Eine Stadt kann den Handel auch gemeinsam einbinden. In Marburg liegen die Stationen einer städtischen Tour in den Schaufenstern der Oberstadt. Mehr im Beitrag Innenstadt beleben.
Häufige Fragen
Wie kann ich die Kundenfrequenz im Einzelhandel steigern?
Mit Anlässen, die Menschen zum ersten Mal in Ihr Geschäft führen. Ein Adventure Lab auf der Geocaching-Plattform steht in der App einer großen Community auf der Karte und führt Spieler durch Ihre Fläche. Bei Hugendubel in Berlin kommen so etwa zwei neue Besucher am Tag.
Darf ein Geocache verlangen, dass man etwas kauft?
Nein. Die Regeln der Plattform verbieten das. Adventure Labs dürfen auch drinnen liegen, müssen aber ohne Eintritt und ohne Kauf spielbar sein. Belohnungen wie die Sammelmünze bei Globetrotter ab 100 Euro Einkauf sind ein zusätzliches Angebot, keine Bedingung fürs Spiel.
Wie messe ich, ob mehr Kunden kommen?
Über die Einträge der Spieler. Jede gelöste Station und jeder Fund wird in der App festgehalten. Wir werten das monatlich aus und rechnen danach ab.
Funktioniert das auch für ein einzelnes Geschäft?
Ja. Das Café Machwitz hat einen einzigen Cache, Hugendubel hat in Berlin mit einer Filiale angefangen. Für Ketten lohnt sich der Start mit wenigen Häusern, die dann als Serie wachsen.
Ihr nächster Schritt
Schreiben Sie uns, wie Ihre Fläche aussieht und wie viele Filialen Sie haben. Wir sagen Ihnen, ob ein Rätsel bei Ihnen trägt. Zur Anfrage. Branchenbeispiele finden Sie unter Sport- und Outdoor-Handel, Buch- und Facheinzelhandel und Systemgastronomie.
Quellen
- HDE, Prognose zur Zahl der Geschäfte 2026, berichtet von retail-news.de: retail-news.de
- BNP Paribas Real Estate und hystreet zu Passantenfrequenzen 2025, berichtet von FashionUnited: fashionunited.de
- Geocaching HQ, Jahresrückblick 2025: geocaching.com
- Geocaching HQ, Richtlinien für Geocaches: geocaching.com
- Geocaching HQ, „Indoor Adventures for players“, 6. März 2023: geocaching.com
- Globetrotter-Magazin, Geocaches und Mikroabenteuer: globetrotter.de
- Zukunft des Einkaufens, Folge 202: zukunftdeseinkaufens.de
- McDonald’s Ehmann, Aktionsseite „Die Jagd nach den McFacts“: mcdonalds-hannover.de